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Ischämie & Streifung: Symptome, Definition & Pflege nach Hirnschlag

Redaktion pfleg.ch Geprüft von Pflegefachperson HF Aktualisiert: 6. April 2026

Eine Ischämie bezeichnet eine Minderdurchblutung von Gewebe, die im Gehirn zu einem Schlaganfall (Hirnschlag) führen kann. Eine Streifung, medizinisch als transitorische ischämische Attacke (TIA) bekannt, ist ein Warnsignal, das unbedingt ernst genommen werden muss. Erfahren Sie hier, was eine Ischämie ist, wie Sie eine Streifung erkennen und wie die Pflege nach einem Hirnschlag aussieht.

Was ist eine Ischämie?

Eine Ischämie (auch ischämisch genannt) bezeichnet eine unzureichende Durchblutung eines Organs oder Gewebes. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich «Blut zurückhalten». Bei einer Ischämie erhält das betroffene Gewebe zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, was zu Funktionsstörungen und bei längerem Bestehen zum Absterben von Zellen führen kann.

Im Zusammenhang mit dem Gehirn spricht man von einer zerebralen Ischämie. Wird ein Blutgefäss im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verstopft oder stark verengt, erhalten die betroffenen Hirnareale nicht mehr genügend Blut. Das Ergebnis ist ein ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt), die häufigste Form des Hirnschlags, die rund 85 % aller Schlaganfälle ausmacht.

Ischämien können verschiedene Ursachen haben: Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefässe), Blutgerinnsel (Thromben oder Embolien), Herzrhythmusstörungen (insbesondere Vorhofflimmern) oder starke Verengungen der Halsschlagader.

Was ist eine Streifung?

Eine Streifung, medizinisch als transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet, ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn. Im Volksmund wird sie oft als «Mini-Schlaganfall» oder «Hirnschlag-Streifung» bezeichnet. Die Symptome ähneln denen eines Schlaganfalls, bilden sich jedoch innerhalb von Minuten bis maximal 24 Stunden vollständig zurück.

Obwohl eine Streifung keine bleibenden Schäden hinterlässt, ist sie ein ernstes Warnsignal: Etwa 10-15 % der Betroffenen erleiden innerhalb von 90 Tagen nach einer TIA einen vollständigen Schlaganfall. Deshalb muss jede Streifung sofort medizinisch abgeklärt und behandelt werden, rufen Sie bei Verdacht umgehend den Notruf 144.

Die Ursachen einer Streifung sind dieselben wie bei einem ischämischen Schlaganfall: Ein Blutgerinnsel blockiert vorübergehend ein Hirngefäss. Der Unterschied ist, dass sich das Gerinnsel bei einer TIA von selbst auflöst, bevor es zu bleibenden Hirnschäden kommt.

Streifung Symptome

Die Symptome einer Streifung (TIA) treten plötzlich auf und können einzeln oder in Kombination vorkommen:

  • Plötzliche Sehstörungen: Vorübergehende Erblindung auf einem Auge, Doppelbilder oder eingeschränktes Gesichtsfeld
  • Sprachstörungen: Plötzliche Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache, verwaschene Aussprache
  • Halbseitige Lähmung: Schwäche oder Taubheitsgefühl in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte (hängender Mundwinkel)
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen: Plötzlicher Drehschwindel, Gangunsicherheit oder Koordinationsprobleme
  • Starke Kopfschmerzen: Plötzlich auftretende, ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit: Orientierungsverlust, Schwierigkeiten bei einfachen Handlungen

FAST-Test bei Schlaganfall-Verdacht

Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln, hängt ein Mundwinkel?
Arms (Arme): Können beide Arme gleichzeitig gehoben werden?
Speech (Sprache): Kann die Person einen einfachen Satz klar nachsprechen?
Time (Zeit): Rufen Sie sofort 144, jede Minute zählt!

Pflege nach einem Hirnschlag

Nach einem Hirnschlag beginnt die Rehabilitation so früh wie möglich, oft bereits auf der Stroke Unit im Spital. Je nach Schwere der Folgeschäden umfasst die Nachsorge verschiedene Bereiche:

  • Physiotherapie: Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht. Training von Alltagsbewegungen wie Gehen, Stehen und Treppensteigen
  • Ergotherapie: Wiedererlernen von Alltagshandlungen wie Ankleiden, Essen und Körperpflege
  • Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen
  • Neuropsychologische Therapie: Training von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration

Viele Schlaganfall-Betroffene werden nach der stationären Rehabilitation zu Hause von Angehörigen weitergepflegt. Diese Pflege zu Hause ist eine grosse Leistung, die entsprechend unterstützt und entschädigt werden sollte.

Als pflegender Angehöriger haben Sie Anspruch auf verschiedene Leistungen: von der Entschädigung für Angehörigenpflege über Betreuungsgutschriften bis hin zur Spitex-Unterstützung.

Pflegen Sie einen Angehörigen nach einem Hirnschlag?

Die Betreuung nach einem Schlaganfall oder einer Streifung ist anspruchsvoll. Prüfen Sie jetzt, welche Entschädigung Ihnen als pflegendem Angehörigen zusteht.