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Oberschenkelhalsbruch im Alter: Behandlung & Pflege

Redaktion pfleg.ch Geprüft von Pflegefachperson HF Aktualisiert: 6. April 2026

Ein Oberschenkelhalsbruch (Schenkelhalsfraktur) gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen im Alter. Besonders betroffen sind ältere Menschen mit Osteoporose, bei denen schon ein einfacher Sturz zum Bruch führen kann. Erfahren Sie hier, wie ein Oberschenkelhalsbruch behandelt wird, wie die Rehabilitation verläuft und was Angehörige bei der Pflege beachten sollten.

Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?

Ein Oberschenkelhalsbruch, auch als Schenkelhalsfraktur oder Schenkelhalsbruch bezeichnet, ist ein Bruch im Bereich des Oberschenkelhalses, also dem Verbindungsstück zwischen dem Oberschenkelkopf (Hüftkopf) und dem Oberschenkelschaft. Dieser Bereich ist besonders anfällig für Brüche, da er hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist.

In der Schweiz erleiden jährlich rund 10'000 Menschen einen Oberschenkelhalsbruch. Etwa 75 % der Betroffenen sind über 70 Jahre alt und vorwiegend Frauen. Der Hauptgrund: Osteoporose. Durch den altersbedingten Knochenschwund werden die Knochen porös und brüchig, sodass bereits ein leichter Sturz, etwa beim Aufstehen oder Stolpern, zu einem Bruch führen kann.

Typische Symptome eines Oberschenkelhalsbruchs sind starke Schmerzen in der Hüfte und Leiste, Unfähigkeit das betroffene Bein zu belasten, eine Verkürzung und Auswärtsdrehung des Beins sowie eine starke Bewegungseinschränkung.

Behandlung

Ein Oberschenkelhalsbruch wird in der Regel operativ behandelt. Die Art der Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab: Lage und Schwere des Bruchs, Alter und Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten sowie vorbestehende Erkrankungen.

Operative Verfahren

  • Osteosynthese (Verschraubung): Bei jüngeren Patienten oder stabilen Brüchen wird der Knochen mit Schrauben oder Nägeln fixiert. Ziel ist die Erhaltung des eigenen Hüftgelenks
  • Teilprothese (Hemiprothese): Bei älteren Patienten wird häufig der Hüftkopf durch ein Kunstgelenk ersetzt. Der Eingriff ist schonender und ermöglicht eine schnellere Mobilisation
  • Totalprothese (Hüft-TEP): Bei vorbestehender Arthrose wird das gesamte Hüftgelenk durch eine Prothese ersetzt

Die Operation erfolgt idealerweise innerhalb von 24-48 Stunden nach dem Bruch. Eine schnelle Versorgung reduziert Komplikationen wie Thrombosen, Lungenentzündungen und Druckgeschwüre (Dekubitus) und verbessert die Heilungschancen erheblich.

Rehabilitation und Pflege

Die Rehabilitation nach einem Oberschenkelhalsbruch beginnt idealerweise bereits am ersten Tag nach der Operation. Ziel ist es, die Mobilität schnellstmöglich wiederherzustellen und die Selbstständigkeit zu fördern.

Phasen der Rehabilitation

  • Frühphase (Spital): Erste Mobilisation mit Physiotherapie, Aufstehen und Gehen mit Gehhilfen, Schmerzmanagement
  • Stationäre Rehabilitation: Intensive Physiotherapie und Ergotherapie über 2-4 Wochen in einer Rehaklinik. Training von Gehen, Treppensteigen und Alltagsaktivitäten
  • Ambulante Nachbehandlung: Weiterführende Physiotherapie, schrittweiser Aufbau von Belastung und Kraft. Kann mehrere Monate dauern

Wichtig bei der Rehabilitation

  • Frühe und regelmässige Mobilisation ist entscheidend für den Heilungserfolg
  • Sturzprophylaxe: Stolperfallen entfernen, Haltegriffe anbringen, rutschfeste Schuhe tragen
  • Osteoporose-Behandlung: Medikamente, Vitamin D und Kalzium zur Stärkung der Knochen
  • Geduld: Die vollständige Genesung kann 3-6 Monate oder länger dauern

Pflege nach Oberschenkelhalsbruch

Nach der Entlassung aus der Rehaklinik benötigen viele Betroffene weiterhin Unterstützung im Alltag. Häufig übernehmen Angehörige die Pflege und Betreuung zu Hause. Folgende Punkte sind dabei wichtig:

  • Wohnungsanpassung: Türschwellen entfernen, Haltegriffe im Bad und WC installieren, Handläufe an Treppen anbringen, ausreichend Beleuchtung sicherstellen
  • Hilfsmittel: Rollator, Gehstock, Toilettensitzerhöhung, Duschstuhl und gegebenenfalls ein Pflegebett organisieren
  • Medikamentenmanagement: Schmerzmedikamente und Osteoporose-Medikamente regelmässig einnehmen
  • Ernährung: Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung zur Unterstützung der Knochenheilung
  • Bewegungsförderung: Tägliche Übungen gemäss Physiotherapie-Plan durchführen, Spaziergänge unternehmen

Die Pflege zu Hause nach einem Oberschenkelhalsbruch ist anspruchsvoll und zeitintensiv. Als pflegender Angehöriger haben Sie Anspruch auf verschiedene Unterstützungsleistungen, darunter einen Pflegelohn und Entlastungsangebote.

Pflegen Sie einen Angehörigen nach einem Oberschenkelhalsbruch?

Die Pflege und Betreuung nach einer Hüftfraktur ist zeitintensiv. Prüfen Sie, ob Ihnen als pflegender Angehöriger eine Entschädigung zusteht.