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Pflegebett & Spitalbett Schweiz: Kaufen, Mieten & Kosten

Redaktion pfleg.ch Aktualisiert: 6. April 2026

Ein Pflegebett erleichtert die häusliche Pflege erheblich, sowohl für pflegebedürftige Personen als auch für pflegende Angehörige. Ob Pflegebett, Spitalbett oder Krankenbett: Erfahren Sie hier die Unterschiede, ob Sie ein Pflegebett kaufen oder mieten sollten, welche Kosten die Krankenkasse übernimmt und worauf Sie bei der Auswahl achten müssen.

Pflegebett oder Spitalbett: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Pflegebett, Spitalbett und Krankenbett werden im Alltag oft synonym verwendet. Es gibt jedoch Unterschiede:

  • Pflegebett: Ein speziell für die häusliche Pflege konzipiertes Bett mit elektrisch verstellbarem Kopf- und Fussteil, höhenverstellbarem Rahmen und Seitengittern. Pflegebetten sind wohnlicher gestaltet und fügen sich besser in das Zuhause ein
  • Spitalbett (Klinikbett): Ein funktionales Krankenhausbett, das primär für den klinischen Einsatz entwickelt wurde. Es bietet dieselben Verstellmöglichkeiten, ist aber schlichter im Design und oft mit zusätzlichen Funktionen wie Rollen und Infusionshaltern ausgestattet
  • Krankenbett: Ein allgemeiner Begriff, der sowohl Pflege- als auch Spitalbetten umfasst. Im häuslichen Bereich wird damit meist ein einfaches, verstellbares Bett für pflegebedürftige Personen bezeichnet

Allen gemeinsam ist die zentrale Funktion: Sie ermöglichen eine ergonomische Pflege, indem sie die Lagerung der pflegebedürftigen Person erleichtern und den Rücken der Pflegenden schonen.

Pflegebett kaufen vs. mieten

Ob Sie ein Pflegebett kaufen oder mieten sollten, hängt von der voraussichtlichen Nutzungsdauer und Ihren finanziellen Möglichkeiten ab.

Spitalbett mieten

  • Vorteile: Geringe Anfangskosten, flexibel bei vorübergehendem Bedarf (z.B. nach Operation), Lieferung und Abholung inklusive, Wartung oft im Mietpreis enthalten
  • Nachteile: Auf Dauer teurer als Kauf, weniger Auswahl bei Design und Ausstattung
  • Typische Kosten: CHF 150-350 pro Monat, je nach Modell und Anbieter

Spitalbett kaufen

  • Vorteile: Langfristig günstiger bei Nutzung über mehrere Monate, grössere Auswahl an Modellen und Ausstattung, keine laufenden Mietkosten
  • Nachteile: Höhere Anschaffungskosten, Lagerung und Entsorgung bei Nichtgebrauch
  • Typische Kosten: CHF 1'500-5'000 für ein elektrisches Pflegebett, hochwertige Modelle bis CHF 8'000

Faustregel: Bei einer voraussichtlichen Nutzung von weniger als 6 Monaten ist die Miete oft günstiger. Bei längerem Bedarf lohnt sich der Kauf.

Kosten und Krankenkassenübernahme

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) kann sich an den Kosten für ein Pflegebett beteiligen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Grundlage bildet die MiGeL (Mittel- und Gegenständeliste).

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Ärztliche Verordnung: Der behandelnde Arzt muss die medizinische Notwendigkeit eines Pflegebetts bescheinigen
  • MiGeL-Listung: Das Pflegebett muss in der MiGeL aufgeführt sein oder einem gelisteten Produkt entsprechen
  • Höchstvergütungsbetrag (HVB): Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bis zum festgelegten Maximalbetrag. Die Differenz zu einem teureren Modell tragen Sie selbst

In der Regel übernimmt die Krankenkasse einen Mietbeitrag oder einen Kaufbeitrag für das Pflegebett. Es gelten die üblichen Selbstbehaltsregelungen (10 % Selbstbehalt plus Franchise). Erkundigen Sie sich vor der Anschaffung bei Ihrer Krankenkasse nach den genauen Konditionen.

Tipp: Einige Gemeinden und Organisationen wie Pro Senectute oder das Rote Kreuz verleihen Pflegebetten kostenlos oder zu günstigen Konditionen. Fragen Sie auch dort nach.

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf oder bei der Miete eines Pflegebetts sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

Verstellmöglichkeiten

  • Elektrische Verstellung: Kopfteil, Fussteil und Höhe sollten elektrisch per Fernbedienung verstellbar sein. Dies erleichtert die Pflege und ermöglicht der pflegebedürftigen Person mehr Selbstständigkeit
  • Manuelle Verstellung: Günstiger, aber weniger komfortabel und aufwändiger in der Bedienung

Grössen und Masse

  • Standardbreite: 90 cm oder 100 cm
  • Standardlänge: 200 cm (auch 210 cm oder 220 cm erhältlich)
  • Achten Sie auf die Durchgangsbreite von Türen und den verfügbaren Platz im Zimmer

Wichtige Ausstattungsmerkmale

  • Seitengitter: Schützen vor dem Herausfallen, sollten geteilte und absenkbare Gitter sein
  • Niedrigstellung: Einige Betten lassen sich bis auf ca. 25 cm absenken, was das Sturzrisiko minimiert
  • Rollen mit Feststellbremse: Ermöglichen das Verschieben des Betts und sicheres Feststellen
  • Matratze: Eine Antidekubitusmatratze beugt Druckgeschwüren vor, besonders wichtig bei bettlägerigen Personen
  • Bettgalgen (Aufrichthilfe): Hilft der pflegebedürftigen Person, sich selbstständig aufzurichten
  • Maximale Belastbarkeit: Achten Sie auf die Gewichtsgrenze des Betts (Standard: 150-200 kg)

Pflegebett und Pflege zu Hause

Ein Pflegebett ist oft ein zentraler Bestandteil der Pflege zu Hause. Es erleichtert nicht nur die tägliche Pflege, sondern verbessert auch den Komfort und die Sicherheit der pflegebedürftigen Person.

Für pflegende Angehörige bietet ein höhenverstellbares Pflegebett den grossen Vorteil, dass sie in einer ergonomischen Arbeitshöhe pflegen können. Das schont den Rücken und beugt körperlichen Beschwerden vor, die bei der täglichen Pflege häufig auftreten.

Neben dem Pflegebett gibt es weitere Hilfsmittel, die die häusliche Pflege erleichtern: Patientenlifter, Rollstühle, Toilettensitzerhöhungen oder Duschstühle. Viele dieser Hilfsmittel werden ebenfalls über die MiGeL von der Krankenkasse mitfinanziert.

Pflegen Sie einen Angehörigen zu Hause?

Die häusliche Pflege ist eine wertvolle Leistung. Prüfen Sie, welche Entschädigung Ihnen als pflegender Angehöriger zusteht und berechnen Sie Ihren Pflegelohn.