Telepflege in der Schweiz: Wie Technologie die Pflege zu Hause unterstützt
Digitale Technologien verändern die Pflege zu Hause. Von Videoberatung über Fernüberwachung bis zu Pflege-Apps – Telepflege ergänzt die persönliche Betreuung und kann pflegende Angehörige im Alltag entlasten. Dieser Artikel zeigt, welche Möglichkeiten es in der Schweiz gibt.
Was ist Telepflege?
Telepflege (auch Telenursing) bezeichnet den Einsatz digitaler Kommunikationstechnologien in der Pflege. Sie ermöglicht es Pflegefachpersonen und Spitex-Organisationen, Patienten und deren Angehörige aus der Ferne zu unterstützen. Telepflege ersetzt nicht die persönliche Pflege, sondern ergänzt sie sinnvoll.
- Videoberatung: Beratungsgespräche mit Pflegefachpersonen per Video, z.B. für Pflegeplanung oder Anleitung von Angehörigen
- Fernüberwachung: Überwachung von Vitalwerten (Blutdruck, Blutzucker, Puls) durch Sensoren, die Daten an Fachpersonen übermitteln
- Pflege-Apps: Digitale Helfer für Medikamentenerinnerung, Pflegedokumentation und Koordination
- Notrufsysteme: Sturzmelder und GPS-Tracker für Personen mit Demenz oder Sturzgefahr
Vorteile der Telepflege für Angehörige
Für pflegende Angehörige bietet Telepflege konkrete Vorteile:
- Schnelle Hilfe: Bei Unsicherheiten sofort eine Fachperson per Video konsultieren, statt auf einen Termin zu warten
- Entlastung: Fernüberwachung reduziert die Notwendigkeit ständiger persönlicher Anwesenheit
- Bessere Dokumentation: Apps helfen bei der systematischen Erfassung von Pflegeleistungen, die für die Spitex-Abrechnung wichtig ist
- Koordination: Digitale Tools erleichtern die Abstimmung zwischen Angehörigen, Spitex und Hausarzt
Mehr zu nützlichen digitalen Hilfsmitteln finden Sie in unserem Artikel zu den Top 5 Pflege-Apps und zur Pflegedokumentation.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Kostenübernahme für Telepflege-Leistungen ist in der Schweiz noch nicht einheitlich geregelt. Grundsätzlich gilt:
- Pflegeleistungen per Video: Abklärung und Beratung (KLV Art. 7 Abs. 2 Bst. a) können teilweise per Video durchgeführt und abgerechnet werden
- Fernüberwachung: Die Kosten für Monitoring-Geräte werden je nach Krankenkasse und Zusatzversicherung unterschiedlich gehandhabt
- Apps und Software: In der Regel nicht von der Grundversicherung gedeckt
Die persönliche Pflege vor Ort – Grundpflege und Behandlungspflege – wird weiterhin vollständig über die Krankenkasse finanziert. Erfahren Sie mehr über die Kosten der Pflege zu Hause.
Telepflege ersetzt nicht die Entschädigung
Digitale Tools sind eine Ergänzung, aber kein Ersatz für die offizielle Anstellung als pflegende/r Angehörige/r. Wenn Sie einen Angehörigen zu Hause pflegen, haben Sie Anspruch auf einen regulären Lohn von bis zu CHF 51'900 pro Jahr.
pfleg.ch ag unterstützt Sie bei der Organisation der Angehörigenpflege und übernimmt die gesamte Administration. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung.
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